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Immobilienrecht Spanien

Immobilien & Steuern

Katastewerte_Spanien

Die Berechnung des Katasterwertes spanischer Immobilien

Regelmäßig wird die Frage gestellt, wie sich der Katasterwert einer in Spanien gelegenen Immobilie zusammensetzt bzw. berechnet. Hintergrund ist häufig, dass zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen allgemein gleichwertigen Immobilien existieren können. Zudem ist vielen die Bedeutung einer möglichst korrekten Bewertung ihrer Immobilie im spanischen Katasteramt nicht bewusst, obwohl der Katasterwert direkten Einfluss auf eine Vielzahl von Steuerarten und Abgaben in Spanien hat. Der vorliegende Beitrag verschafft einen ersten Überblick zur Thematik.

Wertzuwachsteuer Spanien

Spanische Wertzuwachssteuer („plusvalía municipal“) in weiten Teilen verfassungswidrig

Das spanische Verfassungsgericht hat mit Urteil vom 11. Mai 2017 die Verfassungswidrigkeit der Artikel 107.1, 107.2 a) und 110.4 des spanischen Gesetzes zur Regelung der lokalen Finanzbehörden (Ley Reguladora de las Haciendas Locales), die die gemeindliche Wertzuwachssteuer (plusvalía municipal) betreffen, festgestellt. Das Gericht geht dabei davon aus, dass diese Steuer den verfassungsrechtlichen Grundsatz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Einzelnen verletze, soweit sie sich nicht auf eine tatsächliche Werterhöhung eines Grundstückes, „sondern allein auf die Eigentümerstellung für einen bestimmten Zeitraum“ beziehe.

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Der Käufer einer Immobilie muss die spanische Grundsteuer bereits ab dem Erwerbszeitpunkt übernehmen

Laut einem kürzlich ergangenen Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens („Tribunal Supremo“) vom 15. Juni 2016 muss der Käufer einer Immobilie die spanische Grundsteuer bereits ab dem Erwerbszeitpunkt zahlen. In der Praxis läuft dies auf eine anteilige Rückerstattung der gemäß den steuerlichen Vorschriften zunächst vom Verkäufer zu entrichtenden Steuer hinaus, es sei denn, diese Möglichkeit wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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Die spanische Wertzuwachssteuer fällt beim Verkauf ohne Gewinn nicht an

Stets kommt bei Immobilien-Verkäufen durch steuerlich in Spanien Nichtresidente die Frage nach den Steuerpflichten des Verkäufers auf. Hierzu gehört regelmäßig auch die lokale Wertzuwachssteuer, im allgemeinen Sprachgebrauch auch „plusvalía municipal“ genannt – vollständiger Name: Impuesto sobre el Incremento del Valor de los Terrenos de Naturaleza Urbana (IIVTNU), nicht zu verwechseln mit der Gewinnbesteuerung in Spanien. Wegen dem allgemeinen Verfall der Immobilienpreise während der Krisenjahre, häufen sich zuletzt die Beschwerden derjenigen Verkäufer, die zu einem Preis unter dem damaligen Anschaffungswert verkaufen müssen und dennoch seitens der Gemeinden zur Zahlung der lokalen Wertzuwachssteuer in Spanien aufgefordert werden. In letzter Zeit verdichtet sich hier die Rechtsprechung dahingehend, dass keine Verpflichtung zur Zahlung der lokalen Wertzuwachssteuer bei Verkäufen ohne Gewinn besteht.

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Die spanische Steuernummer für Ausländer

Am 15. Oktober 2013 unterzeichnete die spanische staatliche Finanzverwaltung und das spanische Außenministerium eine Vereinbarung, um die Zuteilung von spanischen Steuernummern zu beschleunigen. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 9. November 2013 im Staatsanzeiger veröffentlicht. Demnach können Nicht-Residente in Spanien, natürliche und juristische Personen, den Antrag auf Erteilung einer spanischen Steuernummer in den spanischen konsularischen Vertretungen stellen und erhalten auf Grund eines elektronischen Verfahrens unmittelbar von dem Konsularbeamten die spanische Steuernummer.