Bau der Justizstadt in Madrid schreitet voran

16.04.2026 - Michael Fries

Michael Fries Abogado & Rechtsanwalt +34 91 319 96 86

Die Justiz in Madrid zieht schrittweise nach Valdebebas um, wo die Regionalregierung den Baufortschritt der künftigen Ciudad de la Justicia vorgestellt hat – einem Großprojekt, das 26 Gerichtsstandorte bündeln und laut Comunidad de Madrid zum größten Justizkomplex der Welt werden soll. Geplant sind 331 Gerichtssäle, darunter vier für Makroverfahren, sowie zusätzliche Reservekapazitäten für das Wachstum der nächsten Jahrzehnte.

Der Regionalminister Miguel Ángel García Martín bezeichnete das Projekt als eines der größten öffentlichen Bauvorhaben in der Geschichte Spaniens und betonte, Investitionen in die Justiz seien Investitionen in Freiheit und Rechte. Der neue Komplex wird über mehr als 470.000 Quadratmeter Nutzfläche verfügen, was einem Zuwachs von 61 % gegenüber den bisherigen Standorten entspricht, und soll jährliche Einsparungen von rund 80 Millionen Euro durch geringere Miet- und Betriebskosten ermöglichen.

Das funktionale Design sieht getrennte Wege für Angeklagte, Opfer und Zeugen sowie besondere Bereiche für Schwurgerichte vor. Die Bauarbeiten sind in zwei Phasen gegliedert: Der erste Bauabschnitt soll Anfang 2027 strukturell fertiggestellt sein, der zweite bis Sommer 2029. Eine zentrale „Plaza de la Justicia“ mit großzügigen Grünflächen soll den neuen Justizstandort auch städtebaulich als dauerhaftes Zentrum der Rechtspflege etablieren. Vertreter der Anwaltschaft und der Procuradores unterstrichen die dringende Notwendigkeit, die neue Infrastruktur möglichst bald in Betrieb zu nehmen.