Der Konkursantrag – früher „Zahlungseinstellung“ in Spanien – kann abgewiesen werden und ist in vielen Fällen auch keine Lösung

17.12.2008

In den letzten Monaten ist ein Anstieg von Zurückweisungen bei Konkursanträgen zu beobachten, ein vorher eher seltenes Phänomen.

Aufgrund der Flut an Konkursanträgen weisen die spanischen Handelsgerichte jeden Tag in größerem Maße Anträge ab, primär aufgrund Masselosigkeit (unzureichende Solvenz, Vermögenswerte, etc., der Antragsteller).

Vor dem Hintergrund einer vorhersehbaren Unmöglichkeit ab initio, einen Konkursvergleich oder eine Liquidation durchführen zu können – beide Möglichkeiten sind ausdrücklich im spanischen Konkursgesetz vorgesehen – droht das gerichtliche Konkursverfahren vollständig „leer zu laufen“.

Sofern es keine Möglichkeit eines Erlasses oder der Stundung von Forderungen, noch etwas zu liquidieren gibt, wird die Konkurseröffnung versagt; obwohl zu berücksichtigen ist, dass die Stellung eines Konkursantrags eine gesetzliche Verpflichtung für denjenigen darstellt, der seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Aus rein rechtlicher Sicht sind die genannten Gründe für eine Nichtzulassung von Konkursanträgen durchaus diskutabel.

Auf jeden Fall ist es ratsam, auch im Falle des Nichtvorhandenseins von Vermögenswerten und der Existenz von Schulden – sogar, wenn es sich wie in vielen Fällen um nicht materialisierbare Güter handeln mag -, dennoch einen Konkursantrag zu stellen; und das selbst vor dem Hintergrund einer möglichen Abweisung bzw. Ablehnung des Konkursantrags. Letztlich kann und sollte das Konkursrecht und das Konkursgesetz legale Alternativen zur Verfügung stellen, die im Einzelfall zu analysieren sind.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte Alex Ensesa Casulleras : aensesa@mmmm.es