So etwa sind die durchschnittlichen Quadratmeterpreise auf den Kanaren seit 2023 wesentlich stärker gewachsen als in anderen Teilen Spaniens und haben sich gegen Ende 2025 im Schnitt bei rund 1.900 €/m2 eingependelt, wobei in exklusiven Wohnlagen sogar bis zu 5.000 €/m2 bezahlt werden.
Besonders deutlich wird die Teuerung im Vergleich der Jahre 2023 bis 2025 auf den vier großen Inseln:
Auf Teneriffa stiegen die durchschnittlichen Preise in nur zwei Jahren von 1.800 €/m² auf 1.940 €/m². Auf Gran Canaria war ein Anstieg von 1.700 €/m² auf 1.850 €/m² zu verzeichnen und auf Lanzarote von 1.600 €/m² auf 1.740 €/m² während auf Fuerteventura der Zuwachs minimal geringer war, von 1.500 €/m² auf 1.620 €/m².

Neue restriktive Regulierungen als Reaktionen auf den Massentourismus
Neben dem Preisanstieg müssen Käufer jetzt auch die neuen Regulierungen, die die Ferienvermietung künftig einschränken, im Auge haben: Kurz vor Jahresende hatte das kanarische Regionalparlament die Vermietungen von Ferienwohnungen gesetzlich geregelt, was zumindest vorerst zu einem Moratorium von fünf Jahren geführt hat, so dass damit zu rechnen ist, dass der Park der bestehenden Ferienwohnungen (200.000 auf dem gesamten Archipel) in den nächsten Jahren definitiv nicht erweitert wird.
Allein die Insel Teneriffa hatte 2025 mit 7,6 Millionen Touristen mehr Touristen als ganz Brasilien zu verzeichnen, worauf die einheimische Bevölkerung mehrfach und auf verschiedenen Inseln mit Demonstrationen reagierte. Insbesondere wird auf die Problematik sogenannter „Infra-viviendas“ (etwa Vermietung von Wohnwagen und Garagen bzw. Zelten oder Baracken in Gartenanlagen), die Verdrängung Einheimischer in Randgebiete und das Zunehmen illegaler Fäkalwasserleitungen ins Meer hingewiesen.
Auch die lokalen Arbeitgeberverbände (CEOE) äußern Kritik
Der kanarische Unternehmerverband wies in seinem Konjunkturberichts für das vierte Quartal des Jahres darauf hin, dass trotz vier Jahre Wachstums, der Archipel erneut nicht die Chance ergriffen habe, um die strukturellen Ungleichgewichte, die die Wirtschaft der Inseln weiterhin belasten, zu beseitigen. Das Wachstum der letzten Jahre beruhe ausschließlich auf konjunkturellen Faktoren, wie das Ansteigen des Tourismus, und nicht auf einer tatsächlichen Steigerung der Produktivität. Wenn diese Faktoren nun nachlassen, wird es künftig schwierig sein, die gleiche Dynamik aufrechtzuerhalten.
Das für das nächste Jahr prognostizierte Wachstum auf den Kanaren von immerhin noch 2 % wird sich auch weiterhin positiv auf den kanarischen Arbeitsmarkt auswirken, so dass 2026 noch 21.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.
Der Bericht stellt außerdem fest, dass während 2008 auf den Kanarischen Inseln jährlich 10.000 Wohnungen fertiggestellt wurden, es derzeit kaum noch 1.000 Eigenheime sind. Dies ist einer der Faktoren, die unter anderem dazu beitragen, dass der Preisanstieg anhält.
Sind die goldenen Zeiten für Touristen und Ferienhauserwerber vorbei?
Es ist sicher davon auszugehen, dass die einheimische Bevölkerung auch in den nächsten Jahren weiterhin eine drastische Änderung des Tourismusmodells für die Kanaren fordern wird: Weg vom Massentourismus, hin zu einem erschwinglichen Qualitätstourismus!
Sogar erste Stimmen werden laut, die einen Verkauf von Grundeigentum nur noch an solche Käufer erlauben wollen, die auch ihren gewöhnlichen Wohnsitz in der erworbenen Immobilie nehmen. Das wäre zwar mit EU-Recht nicht vereinbar, allerdings fordert man eine Ausnahme von der EU mit dem Argument der ultraperipheren Lage des Archipels und dem nur beschränkt vorhanden Wohnraum, einmal abgesehen von der bereits seit langem in Mitleidenschaft gezogenen Flora und Fauna der Inseln.
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