Kurzausblick auf den spanischen Immobilienmarkt 2026: Investitionsvolumen im Aufwind

Veröffentlicht am 26.01.2026

Gemäß dem aktuellen „Real Estate Market Outlook 2026“ von CBRE steht der spanische Immobiliensektor vor einem weiteren Wachstumsjahr. Nach einem ordentlichen Abschluss des Jahres 2025 mit einem Investitionsvolumen von über 18,4 Milliarden Euro – dem besten Wert seit 2018 – prognostiziert der spanische Immobilienberater für 2026 einen weiteren Anstieg der Investitionen um zwischen 5 % bis 10 %, bis zu einem Gesamtvolumen um die 20 Milliarden.

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Dieses Wachstum wird durch ein günstiges makroökonomisches Umfeld begünstigt: Das spanische Wirtschaftswachstum schloss 2025 mit einem BIP von + 2,8 % ab. Die „Banco de España“ prognostiziert ein ähnliches, wenn auch leicht abnehmendes Wachstum der spanischen Gesamtwirtschaft für 2026 und 2027. Die Binnennachfrage ist robust die und die Finanzierungsbedingungen – etwa für spanische Eigenheimkäufer – leicht günstiger als in anderen europäischen Ländern.

Stabilität bei Spitzenrenditen / Verstärkte Aktivität institutioneller Investoren

Für das Jahr 2026 erwartet Spanien laut CBRE eine Stabilisierung der Spitzenrenditen (Prime Yields) in den Hauptsegmenten, mit leichten Anpassungen in Bestlagen, vorausgesetzt, dass keine geopolitischen Überraschungen auftreten. Dieses Szenarium lässt Spanien vor allem für institutionelle Investoren weiterhin attraktiv bleiben.

Sektoren im Fokus

Living: Der Investitionstreiber

Der wohnungswirtschaftliche Bereich bleibt dabei der Hauptmotor der Immobilieninvestitionen in Spanien. Getrieben von einer hohen Mietnachfrage konzentriert sich das Interesse auf Build-to-Rent-Projekte sowie auf alternative Wohnformen wie Flex Living und Senior Living. Das strukturelle Defizit an Wohnraum hält den Druck auf die Preise aufrecht. Laut dem renommierten Immobilienbewerter Gesvalt sind die Preise für Eigenheimkäufer 2025 spanienweit um 15,4 % gestiegen. Bei den Spitzenmieten führt Barcelona mit 29,34 €/m2 das „ranking“ an, gefolgt von Madrid mit 27,32 €/m2. Die in den letzten 10 Jahren seitens der verschiedenen spanischen Administrationen versäumten Aktivitäten im sozialen Wohnungsbau liefen 2025 nur zögernd an und werden in den kommenden Jahren – hoffentlich – einen stabilisierenden Einfluss auf die schnell wachsenden Mieten im Königreich nehmen.

Büromarkt: Qualität vor Quantität

In den Büromärkten Madrid und Barcelona zeichnet sich laut CBRE ab, dass Qualität und Konnektivität entscheidend für die Gewinnung von Talenten sein werden. In den zentralen Geschäftsvierteln (CBD) liegt der Leerstand unter 4 %, was zu Mietsteigerungen bei erstklassigen Objekten führt. Aufgrund der Sättigung der Zentren expandiert der Markt in Transformationsgebiete wie das 22@ in Barcelona oder entlang der M-30 in Madrid.

Hotellerie: Konsolidierung und Wachstum, aber regionale Problematik durch extreme Zuwachsraten auf den Kanaren und Balearen

Spanien festigt darüber hinaus seine Position als einer der attraktivsten Hotelmärkte Europas. Trotz eines 2025 insgesamt nur moderateren Wachstums bei den Ankunftszahlen sorgen höhere Ausgaben pro Besucher für positive Aussichten, insbesondere im Luxus- und Ultra-Luxus-Segment.

Allerdings wird in einigen Gegenden der zunehmende Touristenansturm seitens der einheimischen Bevölkerung inzwischen kritisiert: So etwa waren alleine auf Teneriffa 2025 mehr Touristen als in ganz Brasilien zu verzeichnen, was der auf den Kanaren vorhanden touristische Infrastruktur durch den steten Anstieg der Reisenden seit dem Pandemiejahr 2020 nun klare Grenzen aufzeigt. Hier wird es in den kommenden Jahren darum gehen, durch intelligente Regelungen den Sektor wieder nachhaltiger zu machen. So etwa hat das kanarische Regionalparlament noch kurz vor Abschluss 2025 ein Gesetz zur Regulierung der Ferienvermietung erlassen.

Eine ähnliche Situation hat sich auf den Balearen eingestellt, wo die durchschnittlichen Kauf- und Mietpreise inzwischen mit den Metropolregionen Madrid und Barcelona konkurrieren.

Retail, Logistik und neue Asset-Klassen

Auch der Einzelhandel setzt seinen positiven Trend, gestützt durch privaten Konsum, fort.

Der spanische Logistikmarkt verzeichnete laut CBRE 2025 Rekordumsätze. Für 2026 wird weiterhin eine solide Nachfrage erwartet.

Zudem gewinnen alternative Segmente an strategischer Bedeutung:

  • Data Centers: Getrieben durch KI-Anwendungen, verstärkte Investitionen in alternative Energien und das Vorhandensein von Nutzflächen ausserhalb städtischer Ballungszentren entwickelt sich die Iberische Halbinsel zu einem wichtigen digitalen Hub in Europa.
  • Healthcare & Life Sciences: Der demografische Wandel und der Bedarf an moderner Gesundheitsinfrastruktur fördern Investitionen in Pflegeheime und Labore, insbesondere auch für wohlhabende ausländische Nutzer in klimatisch günstigen Gegenden (Kanaren / Balearen).
  • Agribusiness: Aufgrund der globalen Nachfrage nach Lebensmitteln etabliert sich dieser Sektor zunehmend als Ziel für internationales Kapital.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Immobilienjahr 2026 durch finanzielle Stabilität, höhere Liquidität und eine Diversifizierung der Asset-Klassen geprägt sein wird.